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"Sagen und Begebenheiten von den Gruben des Horhausener Eisenerz-Gangzuges" von Albert Schäfer

Auszug aus den "Sagen und Begebenheiten von den Gruben des Horhausener Eisenerz-Gangzuges":

Der eingesperrte Berggeist

In Willroth hat man die Grube Georg schließen müssen, nicht weil sie kein Eisenerz mehr hergab, sondern weil dieses anderswo billiger und besser zu kaufen war. Den ersten Schacht der Grube hat man sofort verschlossen und den Förderturm abgerissen. Den zweiten Turm hat man erhalten, aber den Schacht darunter absaufen lassen. Den Wetterschacht, aus dem früher die Rauchschwaden der verbrauchten Grubenluft auszogen, hat man ebenfalls "zugedeckelt". Wer in ruhigen Nächten daran vorbeigeht, hört bisweilen vom tiefen Grubenbau her ein starkes Pochen gegen den Betondeckel...

Helfer im Tiefen Georgstollen

Lange Jahre hindurch hatten die Bergleute auf dem Willrother Berg nach Eisenerz geschürft. Pinge reihte sich an Pinge. Auch gutes, goldglänzendes Kupfererz, das sogenannte Katzengold, hatten sie reichlich gefunden, wonach der Pleckhauser Hüttenmeister immer wieder anfragte. Aber seit einigen Jahren durften die Bergleute nicht mehr auf eigene Rechnung bergen; den Grafen von Nassau-Weilburg war das Horhauser 1803 Land zugesprochen worden und diese betrieben die Gruben nun selbst. Sie hatten reichlich Erfahrung in der Erzgewinnung und Verarbeitung durch ihre Gruben und Hütten an der Lahn. Die Erzausbeute auf dem Willrother Berg war ihnen nicht mehr genug. Deshalb ließen sie tief aus einem nahe bei Willroth gelegenen Tälchen den "Tiefen Georgstollen" ansetzen und diesen in Richtung der Pingen auf dem Willrother Berg vortreiben...

Vom Fuhrmann, der kein Erz fahren durfte

Als sich weit im Land herumgesprochen hatte, dass der Bergbau auf der Willrother Höhe in Blüte gekommen war, trat ein Mann aus dem Nassauischen an die Herren des Willrother Gemeinderates heran und bat, in Willroth zukünftig wohnen zu dürfen. Er wolle als Fuhrmann zukünftig sein Brot verdienen und Tag für Tag Eisenerz zur Sayner Hütte transportieren. Die Willrother waren argwöhnisch und schickten Spione ins Nassauische, um sich genau nach dem Mann zu erkundigen. Diese brachten schlechte Nachrichten mit: der Fuhrmann besitze nur ein altes, mageres Pferdchen und sein Fuhrwerk sei in schlechtem Stand...

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